Von Bettdeckenburgen und biestigen Türkanten.

14 Nov

23:52 kann ich mit müden Augen auf dem flimmernden Bildschirm erkennen. „Schon wieder ein neuer Tag in den ich starte. Ohne den alten, der nun auf den verstaubten und bunten Haufen der Vergangenheit segelt, mit Zufriedenheit beenden zu können“ erzählten sich meine Gedanken. „Donnerstag. Donnerstage sind eigentlich recht verlässlich was mein Empfindung den Tag über betrifft“ sagte ich mir dann schließlich nach einigen Minuten des Schweigens in meinem Kopf. Mittlerweile ist es zum Zwang geworden mir einzureden, dass schlechte Tage irgendwann wieder ihren Weg zurück finden. Dahin wo sie hergekommen sind. Nach Hause, wenn es so etwas für Tage gibt. Während ich mich auf meinem Schreibtischstuhl halbwegs elegant in Richtung Bett drehte, meldete sich meine pochende Schläfe, die diesen Nachmittag einen unfairen Kampf mit einer Türkante hatte wieder, und lies mich zurück an meinen Sitzplatz sinken. „Nicht nur, dass diese Bestie von Tür eine Beule hinterlassen musste, nein, es tut natürlich höllisch weh“ fluchte ich während ich erneut versuchte aufzustehen und mit einem Ruck dann auch endlich auf den Beinen stand. Mit der linken Hand an der Schläfe, wollte ich dann letztendlich mein Bett abräumen um dann mit kalten Füßen und viel zu spät endlich unter die Bettdecke zu huschen. Konnte es mir aber natürlich nicht nehmen meine Kriegsverletzung im Spiegel zu analysieren und zu betatschen. „Autsch.“ Ich zuckte zusammen. Verdammt, schon wieder ein stechender Schmerz. Nachdem ich mit schnellen Schritten in das Badezimmer getappst bin, um meine Zähne zu putzen und meinen „Mittwochssorgen“ vom Gesicht zu waschen, begab ich mich, so leise wie möglich zurück in mein Zimmer. „So. Wecker noch stellen. Und dann Licht aus“ gab ich relativ unzufrieden von mir. Nachdem auch das erledigt war, lag ich da, mit der Bettdecke bis zur Nasenspitze hochgezogen. Genau ab diesem Moment, ist man wohl die größte Zielscheibe für Gedanken, Sorgen und Probleme des Tages. Gedanken, die wie ein kleines quengeliges Kind am Weihnachtsmorgen neben einem am Bett stehen und an deinem Arm ziehen und rütteln, weil sie gucken wollen ob der Weihnachtsmann schon da war. „Du musst jetzt schlafen. Es ist schon viel zu spät“, rede ich mir dann immer ein, während ich stur meine Augen zukneife um mich zum Schlafen zu zwingen. Doch im Endeffekt ist da nichts als Dunkelheit und Leere. Die Angst vor dem Ungewissen. Und ich, die sich vor all den einprassendeln Fragen, Wörtern und Sätzen unter einer Bettdeckenburg verschanzt und auf den Moment wartet, in dem die Augen den Kampf endlich aufgeben. 

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Darf ich gehen?

6 Nov

‚Darf ich gehen?‘ klingt es in meinem Kopf. ‚Darf ich endlich gehen?‘ rufe ich mir selber zu. So leise und so sanft. Doch die harten Worte klingen bis zu meinem Bewusstsein durch. Wollen ausbrechen. Wie Brieftauben aus ihren Käfigen. Wollen ausgesprochen werden. Doch ich kenne die Antwort schon. Ich kannte sie schon vor langer Zeit. Und ich weiß, dass dieses Wort schmerzhaft klingen wird aus deinem Mund. Das mich dieses Ja zerstören wird. Diese simulierte Mauer einreißt. Denn es ging die ganze Zeit schon nur um das Gehen. Ich verstecke mich, verschließe die Augen vor den Wahrheiten. Vor den Tatsachen. Stolper nun auf dem Weg des Abschiedes entlang. Ohne, dass du mich wirklich jemals darum gebeten hast. Laufe, weil ich laufen muss. Weil es der einzige Weg ist der mir bleibt. Hinter mir die Tür, die aus der Zeit mit dir rausführte. Mit schnellen Schritten lasse ich sie hinter mir. Doch jedesmal wenn ich mich umdrehe, kommt es mir so vor als würde sie mir folgen. Als würde sie an mir haften.

Das Schlimme an allem  ist nicht der Weg, nicht die Erinnerungen und auch nicht diese Tür. Das Schlimme ist, dass du hin und wieder einen Spalt öffnest um hindurch zu mir zu gucken. Um zu sehen ob ich es schaffe. Ob es mir gut geht. Das ist dann wieder einer dieser Momente, in denen ich stehen bleibe. Auf meinem Platz verweile und zurückblicke. Die Tür sehe. Dich sehe. Dann fühlt es sich für mich so an, als wäre ich keinen Schritt gelaufen. Als hätte ich mich nicht von der Stelle bewegt. Und wenn ich ehrlich bin, werde ich es nie verstehen. Weil ich mich verschließe, vor der Welt. Vor dir. Und mir immer nur eine Frage stelle: ‚War es richtig zu gehen?‘.

Ich stehe hier am Rande der Gedanken.

31 Okt


Ich stehe hier am Rande der Gedanken, der Verzweiflung, der Schmerzen. Stehe hier und warte. Sammle Mut. Mut um endlich den Absprung zu schaffen. Den letzten Schritt. Doch diese Schlucht, der Abgrund der sich in meinem Kopf vor mir ausbreitet macht mir Angst. Angst es nicht zu schaffen. Vielleicht nicht weit genug springen zu können. Ungewollt zurück zu blicken. Oder stehen zu bleiben. Zu lange stehen zu bleiben und dann das Gleichgewicht zu verlieren. Immer wieder laufen neue Bänder in meinen Kopf ab. Wie verschiedene Spielfilme. Mit allen möglichen Enden. Wissend, dass es momentan kein Happy End geben wird, nehme ich wieder Anlauf. Anlauf auf den Spalt, der mit dem bloßen Auge kein Ende zu haben scheint. In der Hoffnung, dass da jemand ist der mich an die Hand nimmt, um mir Kraft zu geben. Wie ein kleines Kind, dass man anfangs noch auf der Schaukel anschubst. Bis es dann von alleine nach dem Himmel greift. Und auch wenn ich in Gedanken alleine an dieser Schlucht stehe, weiß ich, dass so viele Leute da sind. Jeden Tag. Mir bewusst oder unbewusst Kraft schenken. Deswegen warte ich hier. Auf der anderen Seite. Bis ich eure Hände nehmen kann. Dann werde ich springen und es schaffen. Davon bin ich überzeugt.

Das Mädchen an den S-Bahn Gleisen.

24 Okt


Manchmal können wir Gefühle nicht beschreiben, Richtungen nicht deuten und sind uns selber so fremd, dass wir kein Lächeln über die Lippen bringen, wenn wir uns jeden Morgen im Spiegel betrachten. Fragen uns, wer ist und war dieses Ich? Und wieso zählt und lebt nur noch das Wir in uns? Manchmal, kommt mir die Welt und alles was mit ihr existiert so seltsam vor. Wenn ich abends durch die Straßen laufe, beobachtend wie das Licht in den Laternen spielt, werde ich oft aus meinen Gedanken und der Welt gerissen, die ich mir zurecht wünsche. Die ich so umbaue, bis sie in Ordnung scheint. Zumindest für mich. Dann stehe ich am Rand des S-Bahn Gleises, meinen Blick auf meine Füße gerichtet. ‚Ist es okay, wenn ich glücklich bin?’ schießt es mir dann in den Kopf. ‚Gehe ich die richtigen Wege?’ oder ‚Wieso ist es eigentlich so leicht einen Fuß vor den anderen zu setzen?’. Dann bleibe ich eine Weile so. Mit all den Fragen. Obwohl ich weiß, dass ich die Antworten jetzt nicht parat haben werde. Für mich selbst nicht.

Diese Gedankenrisse sind eigentlich sehr kurz und doch kommen sie mir manchmal vor wie eine Ewigkeit. Wie das Warten auf einen Lieblingsfilm oder auf den Zug, wenn man im Winter, am Bahnsteig stehend, versucht seine Hände und Wangen warm zu halten. Eigentlich macht uns sovieles Angst und doch haben wir nicht annährend die Zeit, um über diese schrecklichen Dinge nachzudenken. Weswegen sie uns vielleicht deshalb, wie ein Blitz, ganz plötzlich mitten an der Straßenkreuzung oder bei ganz alltäglichen Dingen treffen.

Manchmal haben wir so viele Fragen und können uns selbst so wenig Antworten geben. Und auch wenn ich momentan glücklich bin, weiß ich, dass ich wahrscheinlich morgen wieder am Rand der S-Bahn Gleise stehen werde und mir all das immer noch nicht erklären kann.

Einen Fuß vor den Anderen.

6 Sep


Wenn ich mich nicht darauf konzentrieren würde einen Fuß vor den Anderen zu setzen, würde ich vermutlich vor allem weglaufen was auf diesem Weg der sich Zukunft nennt liegen mag. Vielleicht dachte ich in dem kompletten letzten Jahr, das alles würde besser werden oder sich verselbstständigen wenn ich nur lange genug an die Decke starre, Kissen gegen die Wand werfe oder mir jeden Tag einrede es wäre alles in Ordnung und irgendwann kommt die Zeit wieder, in der man glücklich sein kann ohne sich großartig über irgendwas Sorgen zu machen. Vielleicht ist es genau das, was jeder von uns macht und machen muss. Eine Ebene, eine Grenze die jeder Mensch selbst übertritt und erklimmt. Manchmal frage ich mich ob das bedeutet erwachsen zu werden. Ob man wirklich so einen Preis dafür zahlen muss. Und trotzdem laufen und laufen wir immer weiter. In welche Richtung auch immer. Aber genauso wie der Weg nach vorne, findet auch der Rückweg nach einiger Zeit sein Ende. Dann sind wir gezwungen den Weg erneut zu gehen, einen viel längeren und mit schweren Füßen.

Die Traurigkeit die man nicht begründen kann, die man nicht durchschauen kann, ist meiner Meinung nach die schlimmste. Trotzdem bin ich nur ein Mensch, der weiter wachsen, nachdenken und schweigen wird. Und so setze ich immer einen Fuß vor den Anderen, denn ich werde mich nicht bereiterklären den Rückweg zu wählen.

Wenn die Zeiger sich schneller drehen.

6 Aug

Wenn ich hier nachts auf meinem Bett verweilend meine Texte schreibe, kommt mir die Zeit und unser Dasein auf der Erde viel zu kurz vor. Die Tage und Nächte ziehen an uns vorbei, wie es kleine Schneeflocken im Winter an unseren, mit Eisblumen geschmückten Fenstern tun. So schnell wie die Eiskristalle, die sich in unseren Mänteln und Haaren verfangen schmelzen, rennen die Zeiger der Uhren davon. Als würden sie an einem Marathon teilnehmen oder so etwas ähnliches. Manchmal habe ich das Gefühl, dass für eine kurze Dauer alles anhält und langsamer wird. Nur um zu der Erkenntnis zu kommen, dass die restlichen Tage, Wochen oder Jahre an uns vorbei gezogen sind, wie ein Luftballon der von einem heftigen Sturm erfasst und über den Himmel geschleift wurde. Sind wir dann dieses Kind, welches den Ballon los lässt und dabei zu sieht wie er davon treibt? Können wir an der Schnelligkeit der Zeit etwas ändern? Womöglich nicht. Jedoch können wir sie genießen, sie teilen. Ich denke diese wenigen Minuten in unseren Nächten sind wichtig, um uns etwas zu bremsen im Laufe der Welt und des Lebens. Um uns von dem immer selben Alltag abzulenken. Dann achtest du plötzlich auf jegliche Geräusche um dich herum. Nimmst sie das erste Mal an diesem Tag wirklich wahr. Das Ticken der Uhr oder die knarrenden Holzbalken die unter deinen Füßen nachgeben wenn du durch den Flur schleichst.

Wenn ich hier nachts meine Texte schreibe, dann kommt mir für eine kurze Dauer die Lebenszeit gar nicht so kurz vor. Immerhin bin ich erst 19.

Der Regenbogen nach der Gewitterfront.

8 Jul

Manchmal gibt es Tage oder bestimmte Zeiten an oder in denen wir einfach mit uns, mit allem nicht zufrieden sind. An denen wir uns alleine fühlen. Oder uns einfach zu viele unnötige Gedanken machen. Über Herzsachen. Jeder hat das zwischendurch mal. Sogar Helden. Doch dann gibt es da so gewisse Herzensritter, die sich klammheimlich durch die Hintertür in dein pochendes Leben schleichen und dort schon mal anfangen ihre Zelte aufzubauen, weil sie eigentlich vor hatten nie wieder zu gehen. Anfangs sind wir dann verunsichert, wissen nicht wie wir unsere Gefühle zu einer solchen Person einordnen sollen oder wie viel wir von uns Preis geben wollen. Man räumt das Herz und den Kopf eben nicht so einfach zurecht wie eine Schublade oder das Bett, welches man Abends kurz vor dem totalen Müdigkeitsüberkommen von Klamotten und Schullektüren befreit. Ebenso kann dieser ‚weiße Ritter’ nicht einfach ein Fähnchen in dein Herz rammen und behaupten ‚Ist jetzt meines, hab es zuerst gesehen’. Wie ihr schon feststellt sind solche Themen nicht immer ganz einfach, aber trotzdem werden wir dazu gezwungen uns damit auseinander zu setzen und zu befassen. Wenn wir dem Eroberer jedoch die Möglichkeit geben für uns da zu sein und ihm Eintritt gewähren, könnten das die wunderbarsten Momente in unserem Leben werden.

Ich glaube dieser Jemand kommt zufällig in dein Leben, um dich auf der letzten Stufe Richtung Hölle an die Hand zu nehmen und mit dir den erneuten Weg nach Oben zu bestreiten.  Er ist etwas ganz besonderes. Etwas Wundervolles. Egal ob man ihn schon lange zuvor kannte, erst kennengelernt hat oder schon ewig mit ihm einen Lebensweg geht. Denn es gibt kaum jemanden dessen Nachricht, Stimme oder Zuneigung den Tag so erhellt wie seine. Diese Momente wenn das Herz rast und droht aus deiner Brust zu springen. Dieses Kribbeln, wenn ihr die ganze Nacht telefoniert. Wenn du morgens aufwachst und das Erste, dass du liest ist eine Guten Morgen SMS die so herzig verfasst wurde, dass du alles meistern kannst was der Tag dir bringt. Die Worte, an denen du nicht versuchen willst zu zweifeln, die so ehrlich und wunderbar gemeint sind, dass du dich fragst ob du sie überhaupt verdient hast. Solchen Menschen zu begegnen ist ein Segen und jeder einzelne von Ihnen hat ein Herz verdient, dass ihnen genau das gibt, was sie uns jeden Tag und jede Nacht mit auf den Lebensweg geben. Liebe.

Der Grund wieso ich über dieses Thema schreibe, ist nicht weil ich weiß, dass sich viele Gedanken über so etwas machen, sondern weil mir etwas ganz ähnliches passiert ist. Ich weiß nicht ob Du das jetzt liest oder es irgendwann lesen wirst. Ich weiß nur, dass du noch viel fantastischer bist als meine Worte in diesem Eintrag je beschreiben könnten. Auch wenn wir in so einer Situation Entfernung nur schwer meistern können, kann ich mich darauf verlassen, dass du immer für mein Heldenherz da sein wirst.